Schlagwortarchiv für: Ausgabe 09/2022

Laut einer aktuellen Führungskräftebefragung der Wertekommission sehen viele Führungskräfte sich selbst und ihre Organisationen inzwischen gut gewappnet für kommende Herausforderungen. Insbesondere ein klarer Wertekompass hat für sie eine stabilisierende und orientierungsgebende Bedeutung. Und das Bewältigen der Krisen in der Gemeinschaft hat die Zuversicht gestärkt.

Führungskräfte stehen dieser Tage unter Dauerstrom – sei es wegen der Energiekrise, Corona oder wegen des Angriffskriegs in der Ukraine. Viele Entscheidungen sind gefragt, und keine ist einfach. Nicht wenige haben keinerlei vergleichbare Umstände erlebt und sollen doch selbst Orientierung geben. Führungskräfte leben mitten in und mit den Herausforderungen unserer Zeit. Und sie haben in den erlebten Krisen Erfahrungen und Ideen gesammelt, wie sie diese Umstände nicht nur ertragen, sondern gewinnbringend gestalten können.

Laut einer aktuellen Führungskräftebefragung der Wertekommission sehen viele Führungskräfte sich selbst und ihre Organisationen inzwischen gut gewappnet für kommende Herausforderungen. In einer Welt, die von einer Krise in die nächste taumelt, geben Führungskräfte – insbesondere solche aus größeren Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden – ihrer persönlichen Resilienz und der Resilienz ihrer Organisationen gute Noten. Dabei zeichnen sich resiliente Personen, Teams und Organisationen durch die Fähigkeit aus, Verluste, Misserfolge und Unsicherheiten nicht nur erfolgreich zu bewältigen, sondern aus ihnen gestärkt hervorzugehen. Im Vergleich zur persönlichen Widerstandskraft beurteilen die Führungskräfte die Resilienz auf Organisationsebene etwas geringer, sehen ihre Organisationen aber für schwierige Phasen durchaus gut aufgestellt.

Richtungsweisende Werte in schwierigen Zeiten

Befragt nach den Gründen für die gestärkte Resilienz war es für die Führungskräfte in bewegten Zeiten und bei Entscheidungen unter Unsicherheit besonders wichtig, nach ihrem eigenen Wertekompass zu handeln.

In der Krise wurden viele Grundüberzeugungen erschüttert, eingeschwungene Routinen und sicher geglaubte Wahrheiten waren von einem auf den anderen Tag irrelevant. Gewohnte Strukturen und Prozesse griffen nicht mehr und mussten von heute auf morgen durch neue ersetzt werden – nicht selten ohne größere Abstimmungsmöglichkeiten. Und nicht nur das. Auch neue gesetzliche Vorgaben bedurften der Interpretation und der Übersetzung in den Unternehmensalltag.

Nicht überraschend also, dass die Mehrzahl der befragten Führungskräfte die stabilisierende Bedeutung ihrer Werte in Krisenzeiten betonen und diese als Sicherheit gebend und richtungsweisend bei schwierigen Entscheidungen (75,9 Prozent) beschreiben. Dies gilt insbesondere für Führungskräfte im Top-Management, also Führungskräfte mit einer besonders großen Führungsspanne oder Verantwortung, deren Entscheidungen eine entsprechende weitreichende Wirkung hatten und wo diese Aussage die höchste Zustimmung erfährt.

Daneben spielen aus Sicht der Befragten die eigenen Gestaltungsspielräume und ein offener Umgang mit Fehlern eine stärkende Rolle in Krisenzeiten. Das ist nachvollziehbar, brauchten wir doch alle jede Menge Flexibilität, Lernbereitschaft und Großzügigkeit miteinander.

Vertrauen hat an Bedeutung gewonnen

Unmittelbare Wirkung hatte die Pandemie auf den Stellenwert der Gesundheit im Wertekanon der Befragten. Dies ist sicherlich auch im Kontext der staatlichen Interventionen zu sehen, die alle anderen Prioritäten überschrieben haben (zum Beispiel durch den mehrfachen Lockdown). Aber es ist auch verständlich aufgrund der Erfahrungen im eigenen unternehmerischen Umfeld, die vielen zeigten, wie unwichtig drängende Deadlines, der Gewinn eines Pitchs oder das Erreichen einer bestimmten Umsatzzahl waren angesichts der wuchtigen gesellschaftlichen und sozialen Herausforderungen. Auch auf der persönlichen Ebene hallen die Erfahrungen der gesundheitlichen Bedrohung nach. Mehrheitlich haben die Befragten für sich mitgenommen, dass die eigene Gesundheit sowie die des Teams wichtiger sind als Erfolge und Gewinne (73,5 Prozent).

Eine weitere wichtige Erfahrung, die die befragten Führungskräfte teilen, ist, wie sehr das gemeinsame Meistern von Krisen verbindet (72 Prozent). Für viele ist es ein stärkendes Erlebnis gewesen, dass sie gemeinsam mit ihrer Familie, ihrem Team und ihrem Unternehmen in der Lage waren, die schwierige Situation zu meistern und zu sehen, wie viel Zusammenhalt und Miteinander entstehen können, wenn es darauf ankommt. Darauf lässt sich aufbauen, was wichtig ist angesichts weiterer drohender Krisen und Herausforderungen.

Nicht erst seit der Krise ist Vertrauen einer der wichtigsten Kernwerte. Aber in der Krise hat er sich besonders bewährt und noch einmal an Bedeutung gewonnen (34 Prozent der Führungskräfte messen dem Wert eine zunehmende Bedeutung bei) und ist damit Spitzenreiter der Werteskala. Nicht überraschend, wenn man sich vor Augen führt, wie vertrauensbasiert das digitale Miteinander funktionieren musste. Denn eine anwesenheitsbedingte Kontrolle war über lange Strecken gar nicht möglich. Vorgesetzte mussten darauf vertrauen, dass ihre Mitarbeitenden auch ohne Präsenz und Aufsicht dieselben Leistungen erbringen. Andersherum mussten Mitarbeitende darauf vertrauen, dass ihre Leistung und ihre Wirkung auch im Homeoffice wertgeschätzt werden. Und dass die besonderen Bedingungen (zum Beispiel Homeschooling) gesehen werden, die gegebenenfalls zu einer Leistungseinschränkung führten.

Verantwortung für Organisation und Kommunikation

Als logisches Pendant zu Vertrauen hat sich der Wert Verantwortung bewährt.

Für die Organisation ihres Arbeitsplatzes, den Ablauf des Arbeitstages, die erforderliche Kommunikation und Abstimmung mit Kollegen und Kolleginnen sowie mit Vorgesetzten. So war diese Zeit für die teilnehmenden Führungskräfte offenbar autonomiestärkend, denn beide Spitzenwerte zusammen vereinen inzwischen mehr als 60 Prozent der Gewichtung im Werteranking auf sich.

Folgerichtig zur gestärkten Autonomie zeigt sich dabei auch der Bedeutungsverlust des Wertes Respekt, der für 18 Prozent der Befragten an subjektiver Bedeutung verlor und weit abgeschlagen (17 Prozent) auf Platz 3 rangiert, gefolgt von Integrität auf Platz 4 (zwölf Prozent). Auf Platz 5 und 6 rangieren Nachhaltigkeit (sechs Prozent) und Mut (zwei Prozent), wobei die Bedeutung von Nachhaltigkeit für 45 Prozent der Führungskräfte zunimmt und damit widerspiegelt, dass dieser Aspekt sich immer häufiger in den Zielsystemen der Führungskräfte findet und vermehrt ihre Aufmerksamkeit fordert.

Der Wert Mut in der Studie steht für die Bereitschaft, Neues zuzulassen und anzunehmen sowie die Kraft zur Entscheidung und zu Veränderung. Mit lediglich zwei Prozent landet er auf dem letzten Platz des Werte-Rankings 2022, ähnlich wie in den vergangenen Jahren. Gerade im Kontext der vielen – gut bewältigten –Veränderungen ist es überraschend, dass diesem Wert nach wie vor wenig Bedeutung im Führungsalltag beigemessen wird.

Eine Hypothese könnte sein, dass die Führungskräfte ihr Handeln in der Krise nicht als „mutig“ klassifizieren, weil die diesbezüglichen Entscheidungen eher reaktiv denn aktiv motiviert waren, oder weil das gefühlte Risiko durch die staatliche Abfederung nicht besonders hoch war. Eine mögliche aber sicher nicht hinreichende Erklärung. Und eine, die nachdenklich macht, ob die Krise in allen Bereichen die richtigen Signale gesetzt hat.

Solides Wirtschaften hat sich ausgezahlt

Bezogen auf ihre Organisationen sind für die befragten Mangerinnen und Manager nachhaltiges Wirtschaften und eine starke Firmenkultur des Unternehmens entscheidend gewesen, um Krisen gut zu meistern (siehe Abbildung 2). Über drei Viertel der Befragten (78,6 Prozent), insbesondere aus dem Top-Management, geben explizit an, dass sich solides Wirtschaften in der Krise ausgezahlt hat; guter Zusammenhalt sowie eine starke Kultur nennen ebenfalls die Mehrheit der Krisen-Managerinnen und Manager (76,9 Prozent) als Erfolgsfaktoren.

Allerdings werden aus den vergangenen zwei Jahren auch Lehren gezogen, welche Dinge weniger gut funktionieren. Knapp ein Fünftel der Führungskräfte sieht deutliche Nachteile durch einen dauerhaften flächendeckende Homeoffice-Einsatz. Fast ebenso viele Führungskräfte lehnen ein vollständiges Ersetzen von Dienstreisen durch Telefon- und Video-Konferenzen ab. Viele sehen durch die rein digitale Kommunikation und fehlendes gemeinsames Erleben und Arbeiten Risiken in Bezug auf die entstehende Distanz zu den Mitarbeitenden sowie anderen Stakeholdern.

Doch reichen diese drei Faktoren auch aus, um Unternehmen zukunfts- und wettbewerbsfähig zu machen?

Folgt man der Einschätzung der Chancen und Risiken des digitalen Wandels, die ebenfalls in der Studie abgefragt wurden, zeigt sich ein optimistisches, wenn auch differenziertes Bild. Je nachdem, ob es sich um die Gesellschaft oder den Wirtschaftsstandort bzw. die Arbeitswelt in Deutschland handelt oder ob es um das eigene Unternehmen, den eigenen Wirkungskreis als Führungskraft oder als Privatperson geht.

Das eigene Unternehmen als Vorreiter der Digitalisierung

So sehen mehr als drei Viertel der befragten Führungskräfte den digitalen Wandel als Chance für Deutschland, seine Wirtschaft und für sich persönlich. Interessanterweise zeigt sich hier jedoch im zweiten Jahr in Folge ein Negativtrend, das heißt 2020 waren die Befragten diesbezüglich noch optimistischer.

Wenn es um die Führungskräfte selbst und ihren eigenen Wirkungskreis geht, zeigt sich ein gesundes Selbstbewusstsein der Führungsmannschaft. Die Mehrheit sieht ihre eigene Branche (53 Prozent) und ihr Unternehmen (64 Prozent) als Vorreiter in Sachen Digitalisierung. Um diese interessante Einschätzung ins richtige Licht zu rücken, sei hier erwähnt, dass die Studie eine Vielzahl von Branchen umfasste und so keine Rede davon sein kann, dass bestimmte Branchen das Meinungsbild dominieren. Vielmehr ist festzuhalten, dass die Bereiche, in denen der eigene Einfluss geltend gemacht werden kann, gefühlt offenbar besser abschneiden als allgemeine Bereiche wie Gesellschaft oder Wirtschaft.

Dies wird noch deutlicher, wenn es um den persönlichen Wirkungskreis der Befragten geht. Hier sieht sich die deutliche Mehrheit der Führungskräfte (mehr als 70 Prozent) von ihrer eigenen Vorreiterrolle überzeugt.

Sicher durch die (nächste) Krise

Das gemeinsame Bewältigen von Krisen hat also eine stärkende und verbindende Wirkung und die Führungskräfte leiten daraus die Erwartung ab, für die Zukunft krisensicherer zu sein. Sicherlich eine nützliche Haltung, um den kommenden Herausforderungen zu begegnen. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die erfolgreiche Bewältigung der vergangenen Krise tatsächlich garantiert, dass wir die nächste ebenfalls souverän bewältigen und ob es dieselben Qualitäten braucht, wie in den vergangenen Krisen. Gerade die geringe Bedeutung von Mut im Wertekontext dürfte an dieser Stelle noch einmal kritisch betrachtet werden.

Mut als der Nährboden für Innovation, als Innovationstreiber schlechthin und damit wichtiger Treiber der Digitalisierung scheint es in der Unternehmenswelt schwer zu haben. Es ist umso bedenklicher mit Blick auf unsere Zukunftsfähigkeit. Denn nur mit mutigen und kreativen Herangehensweisen können Change-Prozesse und Transformationen in Unternehmen gelingen.

Die Dynamik unserer VUCA-Welt, in der wir leben, legt nahe, dass wir nicht darauf warten können, dass andere das Heft des Handelns in die Hand nehmen. Es kommt auf jeden einzelnen an, wir müssen selbst handeln. Möglicherweise sind es auch Umstände wie diese, die uns wachsen lassen, unsere Perspektiven und Fähigkeiten erweitern und neue Chancen bieten.

 

 

 

Autorinnen

Julia Weiss gründete 2014 ihr eigenes Coaching- und Beratungsunternehmen. Sie ist auch Partnerin bei Leadership Choices, einem Anbieter im Bereich Executive Development. Zudem ist sie Moderatorin, Dozentin und Speakerin zu Führungsthemen und zur Entwicklung von Vertriebsorganisationen. Julia Weiss ist ebenfalls Vorstandsmitglied der Wertekommission e.V., die sich für wertebasierte Führung einsetzt.
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Anke Gillmann ist Führungskraft in der Finanz- und Immobilienbranche mit Leidenschaft für Menschen und Organisationsentwicklung. Als agiler Coach unterstützt sie außerdem bei der Transformation zu neuen Strategien sowie Führungs-, Verhaltens- und Arbeitsweisen. Sie hatte bereits unterschiedliche Führungspositionen inne und verfügt über zwölf Jahre Erfahrung in der Projektleitung sowie im Führen von Teams.
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Gerade in herausfordernden Zeiten richtet sich in einer Organisation der Blick auf die Führungskräfte. Doch was sollte von der Führung erwartet werden? Wir haben nachgefragt: „Was kann Führung in unsicheren Zeiten leisten?“.

Auch wenn Unternehmen zunehmend „auf Sicht“ fahren müssen, bedeutet das nicht, dass sie ohne eine Strategie auskommen. Im Gegenteil. Eine Unternehmensstrategie kann gerade in stürmischen Zeiten den Unternehmenserfolg sichern – wenn sie anpassbar bleibt.

In der heutigen Zeit ist die Nutzung von Strategiewerkzeugen wichtiger denn je, auch wenn kritisch betrachtet werden kann, dass in der Praxis noch ein deutlicher Handlungsbedarf besteht. Unternehmen sind heutzutage von einer Vielzahl kontinuierlicher Wandlungsprozesse und Umwelteinflüsse betroffen. Technologische, politische und soziale Veränderungen führen zu neuen Bedingungen für Unternehmen.

Überleben sichern und Wettbewerbsvorteile schaffen

Sowohl in der Theorie als auch in der Praxis existieren unterschiedliche Ansätze dazu, was unter einer Strategie verstanden werden kann.

Ursprünglich entstammt der Strategiebegriff dem militärischen Bereich. Er hat seine Wurzeln im griechischen „stratos“ (das Heer) und „agein“ (das Führen). Erst Mitte des 20. Jahrhunderts wurde diese Bezeichnung im Rahmen der Spieltheorie in die Betriebswirtschaft eingeführt. Heutzutage besteht ein allgemeiner Konsens darüber, dass Strategie einen wichtigen Beitrag dazu leisten soll, die Überlebensfähigkeit des Unternehmens zu sichern und dabei Wettbewerbsvorteile zu erzielen, aus denen neue Erfolgspotenziale kreiert und bestehende Potenziale weiterentwickelt werden. Insofern besteht eine Strategie aus einem Bündel von Maßnahmen, um Unternehmen in ihrer Umwelt zu positionieren und ihre Ressourcen zu gestalten.

Warum eine Strategie sinnvoll ist

Für das Erstellen einer Unternehmensstrategie ist es heute wenig hilfreich, wenn davon ausgegangen wird, dass ein Wirtschaftszyklus über einen längeren Zeitraum stetig verläuft. Sowohl in der vergangenen Zeit als auch aktuell ist wieder erkennbar: Krisen brechen häufig ohne jegliche Vorwarnung herein.

Auch wenn hieraus resultiert, dass Unternehmen zunehmend „auf Sicht“ fahren müssen, so bedeutet dies nicht automatisch, dass sie ohne eine Strategie auskommen. Denn eine Strategie sichert das Erreichen des Unternehmenszwecks, da sie systematisch und stringent die Unternehmensentwicklung vorantreibt. Zudem führt eine Strategie dazu, dass ein besonderes Werteangebot für Marken, Produkte, Dienstleistungen oder Services konstruiert wird. Ebenso werden die Vision, die Mission und das Leitbild erst durch die strategischen Ziele eines Unternehmens (be-)greifbar.

Strategie initiieren, formulieren und implementieren

Abbildung 1 verdeutlicht den Strategieprozess, der aus der Initiierung von Strategieprozessen, der Strategieformulierung sowie der Strategieimplementierung besteht.

Initiierung des Strategieprozesses

Strategieprozesse beginnen in der Regel mit einer Veränderung im jeweiligen Umfeld, mit der das Unternehmen konfrontiert wird. Wichtig ist dabei, dass aufgrund personeller und finanzieller Ressourcen sich das Unternehmen nicht mit allen Herausforderungen auseinandersetzen kann. Es müssen sich die Fragen gestellt werden, welche Veränderungen für die Fortführung der Tätigkeiten von besonderer Relevanz sind und inwiefern diese die Ziele des strategischen und des normativen Managements beeinflussen.

Anschließend wird der Entscheidungsprozess formuliert. Dafür braucht es die Festlegung von Kriterien, die bei dieser Vorgehensweise berücksichtigt werden, und eine Antwort auf die Frage, welche Entscheidungskriterien zur Anwendung kommen sollen. Die Initiierung von Strategieprozessen hat jedoch auch zur Voraussetzung, dass alle Beteiligten über das gleiche Verständnis von Strategie verfügen. Um strategische Ziele planen zu können, muss der Zweck einer Strategie erkennbar sein und definiert werden. Fragen wie „Was ist unser Zweck?“, „Welche Ressourcen können in welchen Nutzen umgewandelt werden?“, „Wer sind unsere Kunden?“ sowie „Wer sollen und wer können unsere Kunden sein und wer nicht?“ sollten im Fokus der Initiierung stehen.

Um solche Zwecke ergründen zu können, eignet sich das von Jim Collins entwickelte „Hedgehog Concept“. Die Zielsetzung dieses Konzeptes besteht genau darin, den Zweck eines Unternehmens gemeinsam zu entdecken. Dies geschieht auf der Grundlage von drei sich überlappenden Fragestellungen:

1 Was verfolgen wir mit großer Leidenschaft?
2 Was treibt unseren Wirtschaftsmotor an?
3 Wie können wir die Besten sein?

Unternehmen können nur mit vollem Engagement und großer Leidenschaft erfolgreich sein und in unsicheren Zeiten Krisen bewältigen. Zudem müssen mithilfe der zweiten Frage spezifische Variablen identifiziert werden, die zum finanziellen Erfolg des Unternehmens beitragen. Die Identifikation der Kernkompetenz, mit der andere nicht konkurrieren können, erfolgt durch die letzte Frage.

Strategieformulierung

Im Rahmen der Strategieformulierung werden Alternativen gesucht und auf dieser Grundlage Lösungsmöglichkeiten entwickelt. In Anlehnung an die zuvor festgelegten Entscheidungskriterien werden diese Alternativen beurteilt. Unterstützung kann dabei die Szenariotechnik leisten, durch die mögliche Zukunftssituationen aufgezeigt und Wirkungszusammenhänge, Abhängigkeiten und eventuelle Störereignisse analysiert werden (siehe Abbildung 2).

Szenarien kann man sich dabei als einen sich öffnenden Trichter vorstellen, dessen Spannweite durch das positive Extrem-Szenario (Best Case) zum einen und durch das negative Extrem-Szenario (Worst Case) zum anderen charakterisiert ist.

In unsicheren Zeiten dient die Szenariotechnik nicht nur dazu, Risiken abzuwehren, sondern auch, um nach Krisen die Chancen rechtzeitig zu erkennen.

Strategieimplementierung

Hat man eine Auswahl an Alternativen bestimmt, so beginnt die Strategieimplementierung, die eine interne und externe Durchsetzung beinhaltet. Um rechtzeitig Änderungen aufzeigen und bewältigen zu können, müssen die Maßnahmen hinsichtlich der Zielerreichung kontinuierlich überprüft werden. Führungskräften kann dabei eine besondere Rolle zukommen, denn sie müssen ein tiefes Verständnis für Veränderungsprozesse entwickeln und sie haben die Aufgabe, dabei zu unterstützen, dass die Mitarbeitenden sich trotz der unsicheren Zeiten dem Unternehmensziel verbunden fühlen.

Dabei müssen Führungskräfte die strategischen Absichten in die logische Arbeitsstruktur des Unternehmens übersetzen. Nur so werden kritische Ziele, Maßnahmen und Messgrößen von den Mitarbeitenden in ihrem Alltag erkenn- und erfüllbar. Das kann etwa durch eine Skizzierung von Strategielandkarten erfolgen. Eine solche Landkarte stellt ein modernes Instrument des strategischen Managements dar, mit dem die Strategieaussagen schematisch abgebildet werden. Somit wird ermöglicht, dass das Informieren und die Kommunikation erleichtert sowie Lerneffekte gefördert werden können.

Die Strategielandkarte ist ein ideales Kommunikationsinstrument in unsicheren Zeiten. Mit ihr lässt sich schnell ein Eindruck gewinnen, wie die strategische Ausrichtung aussieht. Deshalb hat sie eine zentrale Bedeutung in der Strategieimplementierung. Folgende Ziele werden in diesem Zusammenhang berücksichtigt:

  • Finanzielle Ziele
  • Kundenziele
  • Prozessziele
  • Mitarbeiter- bzw. Lern- und Kompetenzziele

Betont werden kann, dass Strategie in die Organisation getragen und von den Mitarbeitenden getrieben werden muss. Ebenso ist die bestehende Strategie in regelmäßigen nicht allzu langen Abständen oder bei unerwarteten Ereignissen zu hinterfragen und bei Bedarf zu überarbeiten. In der aktuellen geopolitischen Situation kann es ratsam sein, die Strategie zwei bis drei Mal im Jahr zu überprüfen.

Herz und Verstand im Widerspruch zueinander

Veränderungen, die mit strategischen Ausrichtungen verbunden sind, stellen für viele Mitarbeitende im Unternehmen eine Herausforderung dar und lösen häufig auch Ängste aus, denen Gehör geschenkt werden muss. Ein effektiver Ansatz zum Umgang mit Mitarbeitenden bei Veränderungen wird im Buch „Switch“ von Fred C. Heath und Jeffrey D. Heath skizziert.

Darin wird der Mensch als Modell mit einem Elefanten und seinem Reiter beschrieben. Der Reiter stellt das analytische, planende und rationale Denken dar, während der Elefant für die emotionale, reaktive, leidenschaftliche und instinktive Seite des Menschen steht. Die reitende Person gibt Anweisungen, während der Elefant die erforderliche Energie liefert.

Das Konzept geht davon aus, dass, wenn man möchte, dass sich jemand ändert, man sowohl die Reiter- als auch die Elefantenseite der betroffenen Person ansprechen muss.

Oftmals stehen bei Veränderungsprozessen Herz und Verstand im Widerspruch zueinander. Der Initiator oder die Initiatorin einer Veränderung muss zunächst durch die Phasen Analyse, Planung und Logik leiten und sie muss zum einen beweisen, dass es sich lohnt, den Veränderungsprozess durchzuführen. Zum anderen muss sie sich auch mit den Details zur Planung des Veränderungsprozesses auseinandersetzen und in diesem Zuge das Ziel und den Zweck der Veränderung klar kommunizieren.

Da der Elefant ein emotionales und intuitives Lebewesen ist, geht es dabei ebenfalls darum, dass positive Emotionen erzeugt werden müssen. Und die Motivation kann dadurch gestärkt werden, indem die zu erwarteten Ergebnisse und Vorteile der Veränderung auch in unsicheren Zeiten sichtbar gemacht werden.

Neue Strukturen und Routinen schaffen

Den Mitarbeitenden wird im besten Falle dabei geholfen, über sich selbst hinauszuwachsen. Veränderungen können zudem dadurch erleichtert werden, indem Bedingungen für eine schnelle und reibungslose Kommunikation etabliert und zusätzlich neue Gewohnheiten gefördert werden. Dies gelingt etwa durch tägliche Besprechungen. Ebenso sollte auf Schlüsselpersonen bzw. Multiplikatoren gesetzt werden, die das gewünschte Verhalten vorleben, um nachhaltig einen Wendepunkt erreichen zu können.

Abschließend kann angemerkt werden, dass strategische Entwicklungen sehr dynamisch sind und darüber hinaus sehr komplex sein können. Hieraus resultiert, dass es nicht nur den einen Weg gibt. Entscheidend ist vor allem, erstens dass in unsicheren Zeiten Unternehmen sehr kurzfristig auf verschiedene Maßnahmen zurückgreifen können, um auf unvorhergesehene Szenarien reagieren zu können. Und zweitens dass für Mitarbeitende Strategieziele klar und transparent kommuniziert werden müssen.

 

 

 

Autor

Dr. Alcay Kamis ist Lehrbeauftragter für Strategisches Management und Controlling an der EBZ Business School und Geschäftsführer des kommunalen Wohnungsunternehmens in Bad Oeynhausen (SGH). Als Buchautor und Berater verfügt er über Expertenwissen in den Bereichen Strategisches Management, Change Management und Leadership – insbesondere in der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft. Literaturtipp: Alcay Kamis/Henrik Tribler (2022): „Workbook Strategisches Management: Die besten Werkzeuge für jede Phase des Strategieprozesses“, Schäffer-Poeschel
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Richtige bzw. gute Entscheidungen zu treffen, ist eine echte Herausforderung für Führungskräfte. Florian Becker und Xiaojuan Ma erläutern im Beitrag „Entscheidungen in der Führung“, warum viele Führungsentscheidungen schlecht sind, welche Bewertungskriterien sinnvoll sind und welche Ideen es für bessere Entscheidungen gibt.

Tijen Onaran über das Durchhalten beim Laufen, den Wunsch, ihr Türkisch aufzufrischen, und darüber, wie die Chancengleichheit der Geschlechter gelingt.

Was sagen Sie Menschen, die sich vor Veränderungen fürchten?

Die Veränderung kommt – egal, ob man es möchte oder nicht. Entweder ich werde verändert oder ich verändere. Deshalb ist es immer ratsam, selbst Agenda-Setter zu sein. So kann ich die Veränderung zu meiner machen und verliere nicht.

Was haben Sie zuletzt gelernt?

Ich habe zuletzt gelernt, wie ich zehn Kilometer beim Joggen durchhalte. Laufen gehen war schon immer mein Sport, aber die zehn Kilometer zu knacken, war etwas ganz Besonderes.

Und was würden Sie gerne noch lernen?

Ich würde gerne mein Türkisch auffrischen. Meine Eltern haben mit meinem Bruder und mir hauptsächlich Deutsch gesprochen, da sie wollten, dass wir in Deutschland keine Probleme aufgrund der Sprache bekommen. Ich verstehe zwar viel im Türkischen, das Sprechen fällt mir aber schwer. Dabei ist es eine wunderschöne Sprache und ich bringe die Basis mit – definitiv also auf meiner Bucketlist!

Was ist der wichtigste Hebel, um echte Chancengleichheit der Geschlechter zu schaffen?

Der wichtigste Hebel ist, dass wir endlich vom Reden ins Machen kommen. Und zwar in allen Bereichen: Politik, Wirtschaft, Gesellschaft. Wer echte Veränderung will, schafft es auch. Das gilt ebenfalls für den Bereich der Chancengleichheit. Ich möchte nicht mehr darüber reden müssen, warum es mehr Frauen in Führung braucht, sondern wie es Unternehmen gelingt, genau das zu erreichen.

Wann macht Arbeit keinen Spaß?

Wenn ich anfange, dezidiert zwischen „Work“ und „Life“ zu unterscheiden. Für mich ist „Work“ „Life“. Deshalb bin ich auch kein Fan des Begriffs Work-Life-Balance. Unsere Lebenszeit ist viel zu schade, als dass ich Zeit in einem Job verbringe, der mir keine Freude bringt.

Wer sind oder waren Ihre Vorbilder?

Meine Vorbilder sind meine Eltern. Sie haben meinem Bruder und mir das Leben ermöglicht, das wir heute führen. Alles, was sie hatten, haben sie in uns investiert. Für mich ist es das größte Geschenk, ihnen heute ein wenig zurückgeben zu können: ob es die Einladung ins schönste Restaurant Karlsruhes ist oder das Abbezahlen ihrer Wohnung.

Wie finden Sie Ausgleich zu Ihrem Berufsalltag?

Indem ich mit meinen Hunden Pauli und Leo durch den Englischen Garten spaziere und mir lediglich darüber Gedanken mache, ob der eine Hund nach dem Schwimmen wieder trocken ist, bis wir zu Hause sind, und der andere wieder seine große Liebe Fritzi, eine Dackeldame, trifft. Das ist mein Yoga.

 

 

 

Autorin

Tijen Onaran ist Unternehmerin, Investorin, Autorin und eine der wichtigsten Meinungsmacherinnen Deutschlands, wenn es um Diversität, Sichtbarkeit und Digitalisierung geht. Sie ist Gründerin des Unternehmens „Global Digital Women“ und der Diversity-Beratung ACI, einem Beratungsunternehmen in Diversitätsfragen.
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Gerade in herausfordernden Zeiten richtet sich in einer Organisation der Blick auf die Führungskräfte. Doch was sollte von der Führung erwartet werden? Wir haben nachgefragt.

Halt geben

„Gerade in unsicheren Zeiten ist es wichtig, als Führungskraft Sicherheit für das Team zu gewährleisten. Dies beinhaltet auch das Vertrauen der Teammitglieder darauf, dass die Führungskraft immer alle Fakten auf den Tisch legt und offen kommuniziert, also nichts
Relevantes verschweigt. Darüber hinaus ist es wesentlich, Mitarbeitenden Orientierung zu geben durch die persönliche Einschätzung der Zukunft. Auch wenn sie derzeit nicht einschätzbar ist, sollte zumindest dies kommuniziert werden, um eine verlässliche Authentizität ausstrahlen zu können. Ebenfalls ‚schlechte Nachrichten offen anzusprechen‘, dient dem Vertrauen in die Führungskraft. Und in schwierigen Zeiten ist ‚das Halt-Geben‘ eine notwendige Führungstugend. Zu schauen, wo jeder einzelne Mitarbeitende steht und was er oder sie gerade persönlich an Führung benötigt, um gesund durch eine unsichere Zeit zu kommen.“

 

 

Ute Buscher
arbeitet als Business Coach und lehrt an der Universität Oldenburg zu den Themen Coaching und Konfliktmanagement.

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Ethikorientierte Führung

„Führung hat Orientierung zu geben und gerade unter suboptimalen Bedingungen eine mentale Grundhaltung vorzuleben, die an Bewältigungsmuster statt an Hilflosigkeitsmuster anknüpft. Bewältigungsmuster kann man lernen und trainieren durch Fokussierung auf folgende Dimensionen:

  • Optimismus im Sinne positiven Denkens
  • Selbstwirksamkeit im Sinne von ‚Wir können vieles selbst gestalten und bewirken‘
  • Resilienz im Sinne von: ‚Wir trotzen allen widrigen Bedingungen und wachsen sogar daran‘
  • Soziale Unterstützung und Netzwerkaktivierung im Sinne von ‚Wir unterstützen und inspirieren uns gegenseitig, unsere Potenziale zu Synergieeffekten zusammenzuführen‘

Gerade in unsicheren und schwierigen Zeiten bedarf es ethikorientierter Führung mit vier Vs: Vorbild, Verantwortung, Verpflichtung, Vertrauen. Das heißt, es geht im weitesten Sinne darum, dass ethikorientierte Führung Exzellenz mit Menschlichkeit zusammenbringt.“

 

Dieter Frey
ist Leiter des „LMU Center for Leadership and People Management“ sowie Professor für Sozial- und Wirtschaftspsychologie.

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Spürbare Verantwortung

„In Krisen und Konflikten aller Art erleben wir Kontrollverlust und Ohnmacht. Das Gefühl von Überforderung schränkt unsere Lebensbewältigungsstrategien ein. Stattdessen: Angst, Depression, Rückzug, Aggression, Flucht.

Führung sollte in dieser Situation konzentriert auf die Bewältigung dieser Überlastung fokussieren. Spürbare Verantwortung und Entschlossenheit vermitteln Zuversicht und lassen Gemeinschaft entstehen – mit der Akzeptanz bezüglich dessen, was ist, und dem Willen und der Stärke zu tun, was nötig ist. Einbindung, Transparenz, kritische Reflexion helfen nicht nur dem Entscheidungs- und Führungsträger im Sinne einer psychologischen Entlastung. Vielmehr können sie sinnstiftendes, kraftgebendes Momentum der Gemeinschaft sein, die letztlich die Krise bewältigt. Die Professionalität im Umgang mit Sache und Mensch kann aus der Panik Ruhe entstehen lassen und aus dem Chaos geordnetes Handeln.“

 

 

Ursula Schütze-Kreilkamp
ist Leiterin Konzernführungskräfte Top-Management bei der Deutschen Bahn AG.

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Als Siemens-Personalchefin hat Janina Kugel viele Restrukturierungen und Transformationen verantwortet. Und doch wirkte sie als Managerin immer nahbar und empathisch. Vielen Frauen gilt sie als Role Model. Im Interview spricht sie über gute Führung in der Krise, Fairness beim Jobabbau und wie es ist, Hunderten von Mitarbeitern eine Standortschließung mitzuteilen: „Interview mit Janina Kugel, Siemens AG über Führung in der Krise“.

Wir müssen einmal über Workshops reden. Sie wissen schon. Diese Veranstaltungen mit circa 15 Teilnehmenden in dunklen Hotelseminarräumen mit alten Teppichböden. Es gibt meist nur ein kleines Fenster. Der Raum befindet sich im Erdgeschoss und es fällt kaum Sonnenlicht rein. Mittags um 11 Uhr muss man das Neonlicht anschalten, weil man sonst gar nicht so genau sagen kann, wie viele Leute anwesend sind.

Der Moderator muss natürlich sein eigenes Material mitbringen. Denn der vom Hotel platzierte Moderationskoffer beinhaltet nur drei Edding-Stifte, deren Farben schon verblasst sind. Ansonsten sind noch einige Moderationskarten, ein paar Stecknadeln, Klebepunkte und ein Tesafilm darin, das immer noch dasselbe von 1993 ist, als der Koffer angeschafft wurde.

Stilvolles Ambiente für kreative Arbeit

Es gibt selbstverständlich eine Stellwand und ein Flipchart im Raum. Doch beides steht etwas wacklig. Am Dreibein-Stativ des Flipcharts fehlt beispielsweise eine Schraube. Und der linke Fuß der Stellwand ist mit einem dunkelgrünen Klebeband fixiert. Die Wand darf keinesfalls ruckartig bewegt werden, sonst bricht sie zusammen.

Der Raum selbst ist – nicht überraschend – zu klein für einen lebendigen Workshop mit 15 Leuten. Und statt eines angedachten Stuhlkreises, in dessen Mitte ein Blumenstrauß in einer Vase steht, befinden sich die Stühle in Reih und Glied oder stehen an Tischen, die wiederum den ganzen Platz ausfüllen.

Und wenn man nun also als externer Moderator etwa eine Stunde vor Beginn des Workshops einen solchen Raum betritt, um alles vorzubereiten, entsteht sofort ein wildes Gedanken- Karussell im Kopf, das sich zu einer einzigen Frage verdichtet: Was lässt sich noch retten an dem Raum?

Als ich noch als Berater tätig war, habe ich einige solcher dunklen Räume in Hotels oder beim Kunden gesehen. Zugegebenermaßen
gab es auch nicht selten das genaue Gegenteil: helle, große Räume mit modernen Arbeitsmaterialien und stilvollem Mobiliar. Räume, die den Sinn und Zweck ausstrahlten, dass kreative Zusammenarbeit ermöglicht und den Teilnehmenden ein wunderbares Erlebnis geboten werden soll.

Workshops sind heutzutage im Rahmen von Transformationen und Change-Prozessen eines der wichtigstes Tools. Vielleicht sogar das wichtigste Tool, wenn man bedenkt, welche Bedeutung mittlerweile die Beteiligung von Mitarbeitenden und Führungskräften im Change hat.

Die Lust auf Zukunft erleben

In einem Workshop wird in der Regel gemeinsam etwas erarbeitet. Damit jedoch die besten Ergebnisse erzielt werden können, müssen die Teilnehmenden sich wohlfühlen, braucht es unter anderem ein inspirierendes Ambiente, großzügige Räume und bewegliche Pinnwände, sodass dynamische Kreativität, Spaß und Abwechslung möglich werden. Und es gilt: Nicht nur im Sitzen arbeiten, auch mal stehen. Und wenn mehrere Kleingruppen parallel bestehen, sollten sie auch nicht zu dicht nebeneinandersitzen.

In diesen Zeiten geht es viel darum, die Veränderungsbereitschaft bei den Mitarbeitenden zu wecken und die Lust auf das gemeinsame Gestalten des Neuen hervorzurufen. Die Lust am Change und die Lust auf die Zukunft sollten sich jedoch auch ein Stück weit schon in den Methoden und Instrumenten wiederfinden, die im Rahmen der Veränderung zum Einsatz kommen. Und dazu gehört in allererster Linie ein toller Workshop, der einen Beitrag leistet, damit Change zum positiven Erlebnis wird. Wenn er allerdings durch einen dunklen, schlecht riechenden Hotelseminarraum symbolisiert wird, wird es gleich am Anfang der Veränderungsreise verdammt schwer. [JCW]