Change Storys: Haben wir ein gemeinsames Bild?
Es ist nicht allzu lange her, da ertönte bei jeder Unternehmensveränderung der Ruf nach einer Change Story. Da sollte alles reingeschrieben werden, was den Wandel oder die Transformation angeht. Schön verpacken, und dann ab damit an alle Mitarbeitenden. Alles geklärt, keine Fragen offen – also, in der Theorie zumindest.
Mittlerweile ist der Hype etwas abgeklungen. Wenn es um „Storytelling im Change“ geht, wird heute häufig lieber etwas großspuriger vom „Transformationsnarrativ“ gesprochen. Dabei geht es vor allem um „Purpose“ und „das Warum“ von Wandel.
Ich selbst finde den Einsatz von Change Storys geeignet, wenn vor allem zwei Punkte gegeben sind:
- Die Change Story ist wirkungsvoll, wenn sie als Instrument im Rahmen eines Projektes zum Einsatz kommt. Ein Projekt kann zum Beispiel aufgesetzt werden für eine Software-Einführung oder aufgrund struktureller Veränderungen. Bei einem agilen Setting kann ruhig manches offen bleiben. Wichtig ist Transparenz.
Die Change Story macht unter anderem den Zweck der Veränderung und den Nutzen deutlich, gibt Orientierung und motiviert im besten Falle sogar. Sie muss nicht lang sein und ist an kein Medium gebunden. Wichtig ist insbesondere, dass die wichtigsten Kernbotschaften sich verbreiten.
Zusammen mit einem Change-Communication-Konzept, das auf die Kommunikationsziele, die Kommunikationsarchitektur und Rollen eingeht, bildet die Change Story einen Rahmen für die Kommunikationsmaßnahmen im Projekt. - Der zweite Punkt betrifft das Vorgehen selbst und ist noch wichtiger. Denn die Kraft der Change Story liegt weniger im Inhalt als im Prozess. Im Rahmen der Entstehung sollten möglichst viele Perspektiven berücksichtigt werden. Oft zeigt sich nämlich erst in der Entwicklung und der Verschriftlichung, ob die wichtigsten Akteure und Akteurinnen ein ähnliches Verständnis von den Inhalten
und Zielen der Veränderung haben. Häufig ist das nämlich nicht der Fall, sodass Entwürfe von Change Storys nicht selten die Grundlage bilden für notwendige Diskussionen und Konflikte. Und das ist gut so.
Change-Kommunikation ist zuallererst Dialog und erst dann Information. Das sollte man auch bezüglich der Entwicklung und des Einsatzes der Change Story nicht vergessen. [JCW]
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Das „Warum“ in Veränderungsprozessen wird oft vernachlässigt. Doch dies zu kommunizieren ist essentiell. Im Beitrag „Eine Change Story kann das „Warum“ verständlich machen“ finden Sie die Lösung.