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Kompetenzen für die Arbeitswelt von morgen

Eine Menge Kompetenzen werden wichtig sein, um in der Arbeitswelt von morgen bestehen zu können. Aber welche Kompetenz sollte ganz besonders hervorgehoben werden? Wir haben nachgefragt.

Komplexität erklärbar machen

„Die (Business-)Welt, in der wir leben, wird vernetzter und komplexer. Jegliche Veränderungen werden dadurch immer schwieriger nachzuvollziehen und verursachen dann Ängste und Sorgen. Komplexität auf ein erträgliches Maß zu reduzieren und so Veränderungsvorhaben noch besser im Gesamtkontext erklärbar zu machen, wird aus meiner Sicht eine der Kernkompetenzen im Changemanagement sein.

Dabei ist es stets wichtig abzuwägen, was in der jeweiligen Situation das ‚erträgliche‘ Maß an Simplifizierung ist. Eine zu stark vereinfachte Darstellung der Realität im Sinne eines ‚Schwarz-Weiß-Schemas‘ ist ein Stilmittel zur Polarisierung, das in Change-Prozessen wiederum genau das erzeugen kann, was man eigentlich vermeiden will: Angst und Feindbilder.

Diese wieder abzubauen, ist dann innerhalb des Veränderungsprozesses eine Mammutaufgabe. Das Finden des richtigen Maßes an Komplexitätsreduktion ist also eine prophylaktische Maßnahme, um später aufkeimende Verunsicherung im Prozess zu vermeiden.“

 

Dr. h. c. Roland Bursy
Bereichsleiter HR der TÜV Nord Group, Dozent und Autor

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Ambiguitäten aushalten

„Klimawandel, Energie- und Ressourcenknappheit setzen die deutsche Wirtschaft unter einen enormen Transformationsdruck; Nachhaltigkeit steht dabei im Fokus. Transformative Kompetenzen sind zentral, um diese Herausforderungen unter der Berücksichtigung der Qualitätsunterschiede verschiedener Informationsquellen beurteilen, konkrete Ziele zur Veränderung entwickeln und mit innovativen Lösungen den Status quo infrage stellen zu können.

Eines ist dabei von besonderer Bedeutung: das Aushalten von Ambiguitäten zusammen mit dem Vermitteln zwischen verschiedenen Perspektiven. Die Zielkonflikte in den Unternehmen nehmen zu und Lösungen sind zunehmend mehrdimensional, interdisziplinär und müssen auf allen Beschäftigungsebenen gedacht und umgesetzt werden. Dafür werden transformative Kompetenzen in allen Wirtschaftszweigen und bei allen Beschäftigten benötigt.“

 

Dr. Mathias Winde
Programmleiter Future Skills des Stifterverbands

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Veränderungen als Chance

„Wir leben in sehr bewegten Zeiten – eine Krise folgt auf die nächste. Die Auswirkungen auf Beschäftigung sind teils disruptiv, teils noch nicht vollständig absehbar. Das führt bei vielen Menschen zu einem hohen Maß an Verunsicherung und Ungewissheit angesichts der eigenen beruflichen Zukunft. Auch Unternehmen fällt es immer schwerer, langfristig zu planen und ihren Beschäftigten klare Perspektiven aufzuzeigen.

In einem derart volatilen Umfeld kommt es vor allem darauf an, willens und in der Lage zu sein, sich wandelnden Bedingungen anzupassen. Zu einer solchen Anpassungsfähigkeit oder Adaptability gehört es, Veränderungen als Chance und nicht als Risiko zu sehen, die eigenen Kompetenzen immer wieder kritisch zu hinterfragen und bereit zu sein, sich im Laufe eines Berufslebens bei Bedarf mehrfach ‚neu zu erfinden‘. Letztlich kommt es auch darauf an, eine gewisse Gelassenheit mitzubringen.“

 

Prof. Dr. Jutta Rump
Professorin für Allgemeine BWL an der Hochschule Ludwigshafen

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