Mit den Mitarbeitenden zu mehr Nachhaltigkeit

Mit den Mitarbeitenden zu mehr Nachhaltigkeit

Bereits vor etwa zehn Jahren gründeten Mitarbeitende bei idealo das GREEN team. Noch heute ist es ein wichtiger Treiber für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Unternehmen. Mittlerweile werden Nachhaltigkeitsziele bei idealo aber auch strategisch und ganzheitlich verfolgt. Dabei spielt vor allem das Sustainability Team im Unternehmen eine wichtige Rolle. Wie das GREENteam setzt es auf dem Weg hin zu mehr Nachhaltigkeit auf die Einbeziehung der Mitarbeitenden.

Positiver Wandel hin zu einer nachhaltigen Zukunft ist nur dann wirkungsvoll, wenn möglichst viele Menschen aktiv mitwirken. Freiwilliges Engagement aber erfordert Zeit – für viele Berufstätige ist das ein rares Gut. Deshalb legen wir bei idealo viel Wert darauf, unseren Mitarbeitenden die Möglichkeit zu geben, Nachhaltigkeitsmaßnahmen im Unternehmen mitzugestalten. Nach nun fast 25 Jahren Unternehmensgeschichte können wir auf eine Vielzahl von Initiativen im Bereich Nachhaltigkeit und Klimaschutz zurückblicken, die in erster Linie durch das Engagement motivierter Mitarbeitender vorangetrieben wurden.

Doch welche Maßnahmen kann ein Unternehmen ergreifen, um Mitarbeitendenengagement zu fördern? Mit Blick auf ausgewählte Initiativen innerhalb unseres Unternehmens möchte ich skizzieren, welche Erfahrungen wir bei idealo in den vergangenen Jahren gemacht haben.

Der Arbeitsplatz als Ort der Begegnung

Als Unternehmen möchten wir eine motivierende und erfüllende Arbeitsumgebung schaffen, in der jede bzw. jeder die Möglichkeit hat, persönlichen Interessen zu folgen, sich innerhalb des Unternehmens zu vernetzen und die Unternehmenskultur aktiv mitzugestalten.

So entstand bereits 2014 bei idealo das GREENteam: Angefangen hat es mit einer Handvoll Mitarbeitender, die sich für Themen rund um Nachhaltigkeit und Klimaschutz interessierten und zusammenfanden, um Ideen auszutauschen, Wissen zu teilen und gemeinsam darüber zu sprechen, was jede und jeder als Individuum tun kann, um den eigenen Alltag ein Stückchen nachhaltiger zu gestalten.

Mittlerweile ist das GREENteam fester Bestandteil der idealo-Unternehmenskultur: Als abteilungsübergreifende Arbeitsgruppe besteht es aus freiwilligen Mitarbeitenden.

Das GREENteam trifft sich regelmäßig, um gemeinsam Projekte zu planen und umzusetzen.

Getreu dem Motto „Nimm deinen Fußabdruck in die Hand“ möchte das Team seine Kolleginnen und Kollegen über ihren CO₂-Fußabdruck informieren und sie dabei unterstützen, ihn langfristig zu reduzieren.

Auf einen Blick

Beispiele für Aktionen des GREENteams

  • „More Plants Less Waste”: Gemeinsam alte Plastikflaschen und Milchkartons für die Aussaat von Gemüsepflanzen und Blumen recyceln
  • „Clean-up Walk“: An ausgewählten Orten gemeinsam Müll sammeln
  • „Das Problem der Lebensmittelverschwendung“; Vortrag von „Food Saving & More e. V.“
  • „Veganuary Challenge“: Gemeinsam einen Monat lang auf vegane Ernährung umsteigen und mit anderen zum Thema in den Austausch gehen
  •  „Fahrradtag“: Kostenfreie Fahrrad-Inspektion und Reparaturen
  • „Kleidertausch und Spende“: Kleidung tauschen statt neu kaufen und spenden statt wegwerfen
  • Vortrag zum Thema „Klimaängste“ von „klimagefühle“

Mit verschiedenen Aktionen, praktischen Workshops oder Infoveranstaltungen rund um Themen wie Ernährung, Mobilität, Strom, Finanzen oder Konsum möchte das GREENteam alle Mitarbeitenden dazu ermutigen, beim Klimaschutz mitzumachen. Damit ist es ein wichtiger Treiber für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Unternehmen und maßgeblicher Impulssetzer für das persönliche Engagement Einzelner.

Freiräume schaffen, um Ideen entstehen zu lassen

Eine Arbeitsgruppe wie das GREENteam basiert auf Selbstorganisation und Freiwilligkeit. Deshalb wollen wir die Hemmschwelle, mitzumachen, möglichst gering halten. Entsprechend schaffen wir Raum und Zeit, damit sich die Teammitglieder für Ideenaustausche und Planungen von Aktionen treffen können: Die regelmäßigen Treffen werden während der Arbeitszeit abgehalten, (digitale) Räumlichkeiten stehen stets zur Verfügung und auch auf ein gewisses Budget – zum Beispiel für externe Vorträge oder Workshops – kann das GREENteam zurückgreifen.

Sämtliche Aktionen, zu denen alle Mitarbeitenden eingeladen werden, finden ebenfalls innerhalb der Arbeitszeit statt.

Sie werden rechtzeitig angekündigt, sodass jede und jeder die Möglichkeit bekommt, sich entsprechend Zeit freizuhalten. Da wir ein hybrid arbeitendes Unternehmen sind, ist es eine Mischung aus virtuellen Treffen und Aktionen vor Ort im Büro. In der Regel handelt es sich um Veranstaltungen, die nicht länger als eine Stunde dauern. Sie sind nicht nur informativ, sondern für viele auch eine willkommene Abwechslung von der Arbeitsroutine. Unserer Erfahrung nach gehen die Teilnehmenden dankbar für die neuen Impulse hinsichtlich eines nachhaltigeren Alltags aus den Treffen – und mit neuer Energie zurück an ihre Rechner.

Bei knapper Zeit lässt freiwilliges Engagement nach

Die erwähnte Freiwilligkeit und Selbstorganisation hat zum einen den Vorteil, dass eine Gruppe wie das GREENteam in der Projektauswahl frei und kreativ sein kann, da es an keine Vorgaben oder konkrete (Unternehmens-)Ziele gebunden ist. Gleichzeitig besteht aber auch die Gefahr, dass Aktionen nicht stattfinden können. Gründe können dann zum Beispiel sein: der stressige Arbeitsalltag, ein kurzfristiges Projekt, das dazwischenkommt oder es fehlen schlichtweg Mitarbeitende, die sich innerhalb des Teams engagieren möchten.

Es gibt zahlreiche Gründe, wieso Nachhaltigkeitsaktionen weniger stark priorisiert, aufgeschoben oder gar nicht umgesetzt werden, wenn sie auf freiwilliger Basis stattfinden. Auch bei uns gibt es Zeiten, in denen das GREENteam nur wenige Mitglieder hat oder Aktionen kurzfristig abgesagt werden müssen, weil die Kapazitäten fehlen.

Verantwortung nicht auf die Mitarbeitenden verlagern

Als Unternehmen sehen wir uns in der Pflicht, die Verantwortung im Bereich Klimaschutz und Nachhaltigkeit nicht auf unsere Mitarbeitenden zu übertragen. Während wir das Mitarbeitendenengagement fördern möchten, müssen auch wir als Unternehmen Verantwortung gegenüber Mensch und Umwelt übernehmen und dies entsprechend innerhalb des Unternehmens kommunizieren.

Erläuterung

Überlebensversicherung

Wenn Mitarbeitende wissen, dass das Unternehmen einen Beitrag für mehr Klimaschutz leistet, kann dies eine zusätzliche Motivation sein, den eigenen CO₂-Fußabdruck zu reduzieren. Deshalb gibt es bei idealo die „Überlebensversicherung“:

  • Mit Investitionen in Klimaschutzprojekte kompensiert idealo 50 Prozent des individuellen CO₂-Fußabdrucks aller Mitarbeitenden.
  • Bezüglich der übrigen 50 Prozent unterstützt idealo mithilfe des GREENteams die Mitarbeitenden dabei, ihren Fußabdruck weiter zu reduzieren.

So gibt es bei idealo seit mehreren Jahren das Sustainability Team, das eine holistische Nachhaltigkeitsstrategie für das Gesamtunternehmen veröffentlicht hat. Es hat die Aufgabe, die unterschiedlichen Abteilungen im Unternehmen dazu zu befähigen, Nachhaltigkeit in ihre Prozesse aufzunehmen und entsprechende Maßnahmen umzusetzen. Daneben widmet es sich Themen wie der Reduktion der Unternehmensemissionen und dem Erstellen des Nachhaltigkeitsberichts.

Aber auch die Einbeziehung unserer Mitarbeitenden auf unserem Weg hin zu mehr Nachhaltigkeit ist Aufgabe des Sustainability Teams. Innerhalb der Nachhaltigkeitsstrategie, die bei uns in vier Themenbereiche mit je einem bis drei konkreten Zielen gegliedert ist, fällt dies unter den Bereich „Gesellschaft“.

 

Überblick über die Nachhaltigkeitsstrategie von idealo: Die Strategie beinhaltet vier Themenbereiche mit je einem bis drei konkreten Zielen: Klima und Umwelt, Menschen, Gesellschaft, Produkt.

Abbildung: Überblick über die Nachhaltigkeitsstrategie von idealo

 

Ein konkretes Ziel, das wir als Sustainability Team innerhalb dieses Themenbereichs verfolgen, ist: „Wir schaffen jedes Jahr vielfältige und hybride Angebote, sodass hundert Prozent unserer Belegschaft die Möglichkeit haben, sich regelmäßig zu engagieren.“

Hier kommt das GREENteam wieder ins Spiel, das entsprechend in die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens eingebunden ist. Auch wenn es auf dem freiwilligen Engagement unserer Mitarbeitenden basiert, verstehen wir es als unsere Aufgabe, das GREENteam zu fördern, das Engagement im Team und die Teilnahme an den Projekten aktiv zu bewerben und bei der Umsetzung von Projekten zu unterstützen.

Auch als Unternehmen Angebote schaffen

Ein weiteres Format, das innerhalb unserer Nachhaltigkeitsstrategie unter den Themenbereich „Gesellschaft“ fällt, sind unsere sogenannten Community Impact Days. Denn wir sind fest davon überzeugt: Nachhaltige Transformation muss auch soziale Nachhaltigkeit berücksichtigen.

An vier Tagen im Jahr haben unsere Kolleginnen und Kollegen deshalb die Möglichkeit, sich in einer gemeinnützigen Einrichtung sozial zu engagieren.

Hierfür arbeitet idealo mit Einrichtungen der Malteser Berlin und der ReDi School of Digital Integration zusammen. Gemeinsam haben wir bedarfsorientierte und regelmäßige Projekte entwickelt, die zum einen von unseren Mitarbeitenden umsetzbar sind und zum anderen einen echten Mehrwert für die Einrichtungen schaffen. Gleichzeitig haben die Mitarbeitenden die Möglichkeit, ihre beruflichen Kompetenzen einzubringen und so etwas Gutes zu tun.

Begriffserklärung

Community Impact Days

Der Impuls für das Konzept der „Community Impact Days“ kam von engagierten Mitarbeitenden, die bereits 2014 den sogenannten „idealo Kieztag“ ins Leben gerufen haben: Über mehrere Jahre wurden die Mitarbeitenden dazu eingeladen, einmal im Jahr eine soziale Einrichtung oder ein Projekt in unserem Berliner Kiez zu unterstützen. Was damals aus dem Wunsch Einzelner heraus entstand – nämlich der Gesellschaft und Umwelt etwas zurückzugeben –, ist heute fester Bestandteil der Nachhaltigkeitsstrategie von idealo.

In den „idealo Smartphone-Sprechstunden“ beispielsweise helfen wir mit unseren digitalen Kompetenzen Seniorinnen und Senioren bei ihren Problemen und Fragen rund um Handy, Tablet oder Laptop. Dabei soll auch der Spaß nicht zu kurz kommen, denn je größer die Motivation, desto stärker ist das Engagement. Deswegen bitten wir unsere Mitarbeitenden regelmäßig um Feedback zu den Projekten, der Arbeit vor Ort sowie ihren Wünschen für zukünftige Projekte.

Firmenprofil

idealo

Idealo ist eine europäische Preisvergleichsplattformen. 2000 gegründet, ist idealo heute in insgesamt sechs Ländern vertreten (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich und Spanien).
Rund 1.000 Mitarbeitende aus über 60 Nationen arbeiten wahlweise remote oder am Standort Berlin-Mitte.

Mit der Arbeit des Sustainability Teams und Angeboten wie den „Community Impact Days“, die in unsere Nachhaltigkeitsstrategie eingebettet sind, stellen wir sicher, dass Projekte im Bereich Nachhaltigkeit und Gesellschaft stattfinden, auch wenn es dem GREENteam als freiwillige Arbeitsgruppe aktuell an Kapazitäten fehlt. Unserer Erfahrung nach ist genau diese Mischung aus freiwilligem Engagement und strategischem Nachhaltigkeitsmanagement ein effektiver Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit und Transformation im Unternehmen.

Kommunikation und Austausch fördern

Um einen möglichst großen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, wünschen wir uns für all unsere internen Projekte und Aktionen eine hohe Mitarbeitendenbeteiligung. Wie das gelingt? Gerade bei einer Unternehmensgröße wie unserer ist es gar nicht so einfach, alle Menschen zu erreichen und zu begeistern.

Wir schaffen Austauschformate, mit denen wir allen die Möglichkeit geben, ihre eigenen Ideen einzubringen.

Viele Menschen haben praktische Tipps und Tricks für einen nachhaltigeren Alltag, die sie gerne teilen möchten, ohne direkt in einer Gruppe von Freiwilligen aktiv zu sein. Das Intranet oder moderierte Unternehmens-Chats sind gute Möglichkeiten, um Ideen zu sammeln, Tipps festzuhalten oder den Austausch zu fördern.

Unser unternehmensinterner Newsletter, aber auch das Intranet sowie der Kalender sind für uns bei idealo wichtige Tools, um die Belegschaft auf unsere Aktionen aufmerksam zu machen. Wir nutzen alle Kommunikationswege, um den Mitarbeitenden möglichst rechtzeitig die Möglichkeit zu geben, sich in ihrem hektischen Arbeitsalltag ein wenig Zeit zu blocken, um etwas Gutes zu tun, sich weiterzubilden, zu informieren oder einfach mal mit anderen auszutauschen – und gemeinsam unseren CO₂-Fußabdruck ein Stück zu verringern.

 

 

Autorin

Jeruscha Schanda
ist seit 2019 bei idealo tätig. Seit 2021 ist sie als Sustainability Managerin Teil des Sustainability Teams und mitverantwortlich für das Nachhaltigkeitsmanagement im Unternehmen. In ihrer Position verantwortet sie das soziale Nachhaltigkeitsengagement und die Nachhaltigkeitskommunikation bei idealo und betreut das GREENteam (Kontakt: jeruscha.schanda@idealo.de)
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