Carmen-Maja Rex: 5 Fragen zum Change Management
Fünf Fragen an Carmen-Maja Rex, Director Group HR, Heidelberg Materials
Bislang hat sich im Change Management noch kein Konzept als ultimativ richtig erwiesen. Veränderungen in Organisationen verlaufen höchst unterschiedlich. Deshalb sind die Erfahrungen, Erlebnisse und Eindrücke der Verantwortlichen auch so verschieden. Uns interessiert die persönliche Perspektive von erfolgreichen Managern und Managerinnen. Diesmal stellt sich Carmen-Maja Rex unseren fünf Satzeröffnungen.
Meine bislang größte/wichtigste Business Transformation …
… ist gerade voll im Gange. Im Rahmen unserer Transformation bei Heidelberg Materials machen wir unser jahrhundertealtes Produkt Beton – übrigens die zweitmeist genutzte natürliche Ressource nach Wasser – zukunftsfähig. Wir wollen als Vorreiter in der Baustoffindustrie den Weg zu „Net-Zero-Emissionen“ ebnen.
Veränderungen von Unternehmen sind aus meiner Erfahrung im Wesentlichen geprägt durch …
… auf den ersten Blick: neue Rahmenbedingungen, technologische Umbrüche und eine starke Vision. Veränderung bedeutet oftmals zuerst Unsicherheit. Daher spielt auch Flexibilität eine entscheidende Rolle, um trotz umsichtiger Planung mit dem Unbekannten umgehen zu können.
Es braucht eine gewisse Aufbruchstimmung und positive Energie, die man in das gesamte Unternehmen tragen muss.
Daher wird Veränderung letztendlich von den Menschen geprägt, die sie aktiv und langfristig mitgestalten.
Die drei wichtigsten Erfolgsfaktoren von Change Management sind für mich …
- Den Wandel greifbar machen durch transparente Kommunikation. Das „Warum“ muss klar sein. Der angestrebte Wandel muss begründet und erklärt werden. Ebenso wichtig ist das „Wie“. Sicherheit entsteht erst, wenn die Mitarbeitenden verstehen, wie sie ans angestrebte Ziel kommen.
- Außerdem muss jeder die Chance haben, ein entscheidender Teil der Veränderung werden zu können. Veränderung gelingt, wenn die gesamte Belegschaft an Bord ist und die Balance zwischen dem Wunsch nach Stabilität und dem Drang nach Weiterentwicklung gefunden wird. Dies führt meiner Erfahrung nach immer zu einer stärkeren Identifikation.
- Flagge und Verständnis zeigen: Letztlich muss die Bereitschaft bestehen, auch unangenehme Botschaften offen zu adressieren und mit den Reaktionen umzugehen. Jeder von uns reagiert anders auf Veränderungen.
Nicht alles gelingt. Was ich bei Veränderungen in meiner Verantwortung künftig anders machen werde oder was ich durch Lernen aus früheren Fehlern heute bereits anders mache, ist …
… den Dingen mehr Zeit zu geben. Ich persönlich mag Neues, aber das gilt nicht für jeden. Hier gilt es, empathisch zu sein. Außerdem tendiere ich dazu, mich auf die positiven Aspekte zu konzentrieren. Trotzdem:
Es ist wichtig, hinzuhören und dabei Bedenken, Sorgen und Problemen den nötigen Raum zu geben.
Auch wenn es manchmal anstrengend ist.
Mein persönlicher Tipp an eine Führungskraft, die Verantwortung für ein Veränderungsprojekt übernimmt, lautet:
Veränderung ist Chefsache. Es ist was dran an dem Ausspruch „Be the change you want to see“. Welche sichtbaren Zeichen setze ich, um den Prozess voranzutreiben und glaubwürdig zu sein? Es geht um das Vorleben der Veränderungen und die Verbindlichkeit meiner Aussagen. Stetige Kommunikation ist hier entscheidend!
Autorin
Carmen-Maja Rex
ist Director Group HR bei Heidelberg Materials, wo sie das globale HR-Team leitet. In dieser Rolle verantwortet die studierte Organisationspsychologin das HR-Management für die Heidelberg Materials AG, die mit rund 51.000 Beschäftigten in über 50 Ländern vertreten ist. Ihr Fokus liegt auf der Modernisierung und Digitalisierung des Personalwesens sowie der Transformation der Unternehmenskultur. Zusätzlich ist Carmen-Maja Rex für das globale Gesundheits- und Arbeitssicherheitsmanagement des Unternehmens verantwortlich. Zuvor war sie in globalen HR-Funktionen bei Siemens und den Vereinten Nationen
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