Partizipative Entwicklung einer neuen Organisation in 15 Monaten (Symbolbild)

Partizipative Entwicklung einer neuen Organisation in 15 Monaten

Die Netze BW steht vor gewaltigen Herausforderungen im Zuge der Energiewende – und geht sie mutig und innovativ an: Mit dem Projekt NETZ T.eam hat der Netzbetreiber eine umfassende, partizipative Reorganisation gestartet, bei der über 500 Mitarbeitende aktiv mitgewirkt haben – und zeigt eindrucksvoll, wie Wandel gelingt, wenn man ihn gemeinsam und von innen heraus gestaltet.

Die Energieversorgung in Deutschland steht vor einem gewaltigen Umbruch. Der Netzentwicklungsplan 2037/2045 der Übertragungsnetzbetreiber prognostiziert eine Vervierfachung der Windkraft, eine Verachtfachung der Photovoltaik, einen 26-fachen Zuwachs bei Wärmepumpen sowie einen 30-fachen Anstieg bei Elektrofahrzeugen – allein in Baden-Württemberg, und das bis 2045.

Für die Netze BW, ein Tochterunternehmen der EnBW AG, sind das keine abstrakten Zahlen, sondern konkrete Herausforderungen. Die Kundenanfragen steigen exponentiell, das Bauvolumen vervielfacht sich, und das bestehende Stromnetz muss nahezu vollständig modernisiert werden, um das hohe Tempo der Energiewende zu ermöglichen – und das alles bei laufendem Betrieb. Die Herausforderung ist klar: enormes Wachstum und steigende Komplexität.

Im Technikbereich der Netze BW arbeiten knapp 4000 der insgesamt fast 6000 Mitarbeitenden. Kommend aus einer funktionalen Aufstellung, gerät die Organisation immer mehr an ihre Grenzen. Lange Entscheidungswege, zu große Führungsspannen, fehlende Skalierbarkeit. Der Handlungsdruck ist groß. Es braucht grundlegende Veränderungen, um die Organisation für die anstehenden Herausforderungen gut aufzustellen. Aus diesem Grund wurde im Sommer 2023 das partizipative Transformationsprojekt NETZ T.eam ins Leben gerufen.

So regional wie möglich, so zentral wie nötig

In einem großflächigen Netzgebiet wie Baden-Württemberg sind lokale Unterschiede spürbar. Nicht nur deshalb sollen funktionale Silos aufgelöst und Entscheidungen dort getroffen werden, wo die Wertschöpfung stattfindet, nah beim Kunden. Gleichzeitig braucht es eine Heimat für übergreifende Aufgaben und das Einhalten notwendiger Standards. Der richtige Hebel zur Steigerung der Effizienz und Effektivität liegt in der guten Balance zwischen zentraler Standardisierung und regionaler Autonomie. Zudem hat Netze BW als Verteilnetzbetreiber maximale Anforderungen an Arbeitssicherheit und Führung. Das muss das neue Modell bedingungslos erfüllen – insbesondere für kritische und sicherheitsrelevante Prozesse.

Doch wie muss die Organisation konkret gestaltet sein, um Wirkung zu entfalten?

Die besten Antworten kommen von denen, die täglich im System arbeiten: den Mitarbeitenden.

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Autoren

Markus Wunsch verantwortete als Leiter Koordination Technik zwischen November 2023 und Januar 2025 die Transformation des Ressorts Technik der Netze BW mit fast 4000 Mitarbeitenden. Seit Januar 2025 leitet er den Bereich der überregionalen Leistungserbringung im Netzgebiet Süd der Netze BW (Kontakt: mar.wunsch@netze-bw.de).

Rosina Eisele hat bereits in den ersten beiden Phasen der Reorganisation des Technikbereichs der Netze BW die Themen Kommunikation, Change Management und Qualifizierung gestaltet. Seit Februar 2025 ist sie zusätzlich in der Projektleitung tätig.

Elisa Klug leitet seit Februar 2025 die Reorganisation des Technikbereichs der Netze BW mit fast 4000 Mitarbeitenden und bringt dort ihre Transformationsexpertise aus der Change-Management-Beratung und einem konzernweiten Performance-Programm der EnBW ein (Kontakt: e.klug@netze-bw.de).

Tillmann Seidel ist Management-Berater bei HR Pioneers und auf die ganzheitliche, partizipative Neugestaltung von Organisationen sowie auf evidenzbasierte Organisations-und Personaldiagnostik spezialisiert. Als einer der wenigen Berater hat er die Transformation von Netz T von Anfang an begleitet (Kontakt: tillmann.seidel@hr-pioneers.com).